Mittwoch, 29. September 2010

arrived in paradise...

15 Uhr: 25 Grad: Kilimanjaro International Airport und 4 Stunden Warten bis Andy ankommt. Ich gönnte mir einen kleinen Spaziergang vorbei an nervigen Taxifahrern und gelangweilten Schalterdamen… bis ich den Tipp bekam dass 1,5 km entfernt die sogenannte Kia Lodge ist, dort kann ich mich aufhalten. Also marschierte Klein Nadine los… mit 20 kg Gepäck… ohne zu wissen dass 1,5 km wirklich sooo lang sind. Nach gefühlten 500000 km hielt ein Shuttle neben mir, mit der kompletten Precision Air Crew, die mein Leid scheinbar nicht mit ansehen konnten. Angekommen an der ersehnten Kia Lodge, hab ich den Mund nicht mehr zubekommen. Ein Traum! Natürlich nur Wazungu hier, aber einfach ein Traum.. richtige Toiletten!! Die ganze Anlage ein Paradies, die Bar, das Restaurant und erst der Pool… und hier liege ich auch auf einem Liegestuhl, der bequemer ist als all meine Betten der letzten Woche mit einen Ausblick auf den Kilimanjaro – wow. Ich habe beschlossen, dass es doch eine gute Idee wäre hier die Nacht zu verbringen und morgen erst weiter Richtung Moshi zu fahren und bin zurück zur Reception um nach dem Preis zu fragen… 200 Dollar….

Also doch nur ein kurzer Einblick in die Welt derer, die das nötige Kleingeld besitzen.

Aber btw: ich glaube ich werde der Precision mal ein positives Feedback via eMail schreiben, nicht wegen des netten Zufalls mit dem Shuttle: der ganze Flug war so unglaublich angenehm, das Flugzeug sauber, gepflegt, modern und der Service hätte einfach nicht besser sein können!!! Precision Air? Jederzeit gerne wieder!!!

P.S. zu meiner rechten sitzt übrigens gerade ein quietschgrüner Salamander, zu meiner linken ein pink (und wirklich PINK), lila, schimmernd blauer Vogel.. vorbei flog eben ein Käfer, der klang wie ein losgelassener Luftballon… ich bin jetzt schon auf Safari^^

Dienstag, 28. September 2010

@ Mwanza

Mwanza ist schon schön. So ganz anders als das, was sich vorher bereits als Stadt bezeichnen durfte. Mit Straßen… Kreisverkehr, es gibt sogar eine Ampel! Aber auch gleich wieder einem anderen Denken… Hier freuen sich die Leute nicht mehr über einen, sie wollen alle nur Geld. Jeder kommt an und fragt nach Geld, wir sitzen beim Essen, eine Frau kommt und fragt nach Geld für sie und ihr Kind, wir gehen die Straßen entlang und dürfen uns mal wieder über einen selbsternannten Guide erfreuen, der am Ende des Weges, den wir ohnehin gegangen wären auf einmal Geld wollte weil er uns Dinge zeigte, die wir auch so gesehen hätten.. Bei den Preisen werden wir im handeln trainiert, was in der Region Kagera völlig unmöglich war…. Wie oft hier in der kurzen Zeit versucht wurde uns übers Ohr zu hauen.. Trotzdem muss ich sagen: es gab während meiner Zeit hier in Tanzania noch keinen einzigen Moment, wo ich mich unsicher gefühlt hätte!!! Wir hatten hier zwar zwei Erlebnisse die nicht so toll waren: zum Beispiel wurde Jenny die Tasche aufgeschlitzt (aber nichts geklaut, wahrscheinlkich nicht genug Zeit) und ich wurde ziemlich forsch an der Schulter gepackt, weil ich mir einen Stoff ansehen sollte..

In beiden Fällen jedoch griffen so viele Leute drumherum ein! Jenny selbst hätte es mit der Tasche nie mitgekriegt, wenn sie nicht eine Frau zur Seite gezogen und andere angefangen hätten herumzuschimpfen wie unglaublich sie soetwas finden. Als mich der Mann an der Schulter packte, ich seine Hand versuchte von meienr Schulter zu lösen, hatte er bereits eine Tasche im Gesicht, die ihm von einem anderen Mann ohne Zögern zwischen die Augen geschlagen wurde. Das waren sie also.. eine aufgeschlitzte Tasche und eine Hand auf der Schulter, jetzt nicht die Dramatischsten Erlebnisse aber ich bin mir sicher: das sind und bleiben die „Highlights“. Ansonsten und das muss ich jetzt mal wirklich so scheiben, so Leid es mir tut: steht der Mzungu in der Rangordnung einfach zu hoch als dass sich die Menschen trauen würden Hand an ihn zu legen. Hart gesprochen, aber diesen Satz kann man nicht anders formulieren.

Eine andere traurige Erfahrung musste ich jedoch noch machen: Jeder Shop hier ist irgendwie in Arabischer oder Indischer Hand. Man kommt herein und sieht fette (und ich mein WIKRLICH fette!) mies dreinblickende indische Frauen und Männer vorne sitzen und im Hintergrund dürfen die Afrikaner die Arbeit erledigen… als wenn das nicht genug ist, versuchen sich diese Damen auch bewusst von ihren Arbeitern abzugrenzen, indem alle eine unnatürlich helle Hautfarbe haben.. Bleeching Lotion! Ich dachte ich hör und seh nicht richtig aber die Antwort heißt tatsächlich bleeching lotion…

Einmal Sklavenvolk immer Sklavenvolk? :wann hört das jemals auf..

travelling the sea way ^^

Die Fähre war ein echtes Erlebnis! Uns wurde geraten 1. Klasse zu buchen und das war wirklich komfortabler als ich dachte. Hatte allerdings auch seinen Preis: 30000 Tanzanische Schilling (15€), dafür arbeitet ein Zisternenbauer bei MAVUNO drei Tage.. und der verdient schon gut!!! Begonnen haben wir den Abend dann auch gleich im Bordrestaurant, welches ebenfalls einiges an Luxus, zu dem was man vorher gewohnt war, mit sich brachte, z.B. warmes Wasser zum Hände waschen!! Jaja… leicht zu begeistern! Spätestens beim Rundgang um das Schiff ließ das gewisse Glücksgefühl nach. Auf der „Terasse“ hatten man Ausblick auf „die unteren Klassen“ und den Frachtraum. Erhöht stand man da während die Leute dort unten sich zu dritt auf einem Sitzplatz quetschen und ich musste irgendwie an Titanic denken… Einmal das Klischee des reichen Mzungu bestätigen dacht ich mir, zückte meine Kamera und hielt das geregelt chaotische Treiben digital fest.


Der Sonnenaufgang blieb mir allerdings vergönnt.. die dichte Wolkendecke ließ nur vereinzelt den einen oder anderen pinkfarbenen Streifen durchblicken...

Montag, 27. September 2010

staying in Bukoba

Ich glaub das ist das RANZIGSTES Guest House in dem ich je übernachten musste- Obwohl das Wort übernachten hier weniger angebracht ist. Es war: winzig klein, heiß, stickig, das Mosquitonetz natürlich durchlöchert, laut, DIE GANZE NACHT und zu guter letzt: direkt neben einer Moschee. Um 5 sollte da also die Nacht zu Ende sein, was uns aber nicht sonderlich kümmerte, denn wir haben eh kein Auge zugetan. Die Toilette werd ich jetzt gar nicht erst anfangen zu beschreiben ihh. Aber was erwartet man für 1 € die Nacht….

(das ist fred II ;-)

Dafür ist der Markt in Bukoba umso schöner und nach einem Avocado/Ananassaft zum Frühstück, war die Welt eh wieder in Ordnung. Danach hab ich in Ruhe meinen Flug für Mittwoch bei der Precision Air gebucht und die Tickets für die Fähre am Abend abgeholt, alles problemlos. Um 21 Uhr geht’s los – ich freu mich!

Sonntag, 26. September 2010

26.September

Früh sind wir aufgebrochen nach O’shaka um den Bus um halb neun nach Bukoba zu erreichen. Dort angekommen: erfuhren wir, dass sonntags kein Bus fährt… Dabei hatten wir uns vorher informiert: fahren die Busse IMMER??? Man muss um hier eine ordentliche Antwort zu bekommen wirklich alles einzeln durchfragen, das ist uns schon öfter aufgefallen… Beispiel Restaurant: was gibt es zu Essen? –Reis- -Hühnchen- -Bananen-. Das ist alles? Ja. Gibt es auch Spinat? Ja. Und Bohnen? Ja. …. -.-

Jedenfalls blieb uns nichts anderes übrig als in das nächste Dalla Dalla zu springen.. Den Platz, den ich zuvor och als unbequem empfand, wusst ich spätestens nachdem die 24te Person einstieg, die gebückt stehend die Fahrt ertragen musste, ziemlich zu schätzen. Angesetzt mit einer Fahrt von 3 Stunden, erreichten wir Bukoba um halb 11 (hust) Dabei gings natürlich wieder über die Huckelstraße, die wir mit Charles auf der Hintour schon passieren mussten.. Harley fahren nicht nichts dagegen!!!!! Aber wenigstens erreichten wir Bukoba früh, das Wetter begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und wir nutzten dies gleich, um zum Strand zu schlendern. Schon ein komischer Anblick.. strahlend weißer Strand, klares Wasser, sommerliche Temperaturen und kein Mensch im Wasser!! Grund: Bilharziose Würmer. Schade eigentlich.

Samstag, 25. September 2010

25.September

Heute war das große Abschlussmeeting bei MAVUNO mit allen Familien, die bisher einen Tank von EWB erhalten haben. Trotz der kurzfristigen Einladung, erschienen dennoch knapp 40 Leute, um die Präsentation von Emmanuel und mir zu verfolgen. Zu aller Freude führte sich diese in einer anschließenden Diskussion fort, wo die Teilnehmer Fragen und Kommentaren verlauten ließen, und mündete schließlich in der Gründung sogenannter -Water Tank Clubs- der drei beteiligten Villages. Dieses -Commitee- trifft sich am 16. Oktober, um weitere Details zum Thema Organisation und Maintenance System zu besprechen. Sollte das wirklich alles klappen, haben wir unseren Vorsatz in Hinblick auf Nachhaltigkeit mehr als erfüllt!!!!!